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| Abb. 1: Trotz des19-poligen
Miniatursteckers (nur ca. 21 mm breit) überträgt HDMI
die volle Bandbreite aller heute bekannten digitalen Video- und
Audiodaten. |
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Abb. 2: Das offizielle HDMI-Logo
der HDMI Licensing, LLC |
Gerade haben wir uns in der Home Entertainment
Welt mit DVI (Digital Visual Interface) als der bisher neuesten digitalen
Schnittstelle angefreundet, da erscheint mit HDMI auch schon ein potentieller
Nachfolger am Horizont. Pioneer stattet als erster Hersteller ein
Mainstream-Produkt mit HDMI aus: Der seit November 2003 lieferbare
DVD-Player Pioneer DV-868AVi
gibt seine Daten an einer HDMI-Buchse aus. Für uns ein Grund,
uns mit HDMI (High Definition Multimedia Interface) etwas genauer
zu befassen ...
Die Vorteile von HDMI auf einen Blick
Mit HDMI wird erstmalig eine Art "Idealkonzept"
realisiert - eines, von dem Heimkino-Enthusiasten schon lange träumen.
Sehen Sie im Folgenden, warum das so ist ...
- Breite Unterstützung von Studios
und Industrie
HDMI ist die erste volldigitale Schnittstelle, die gemeinsam von
der Filmindustrie und praktisch allen weltweit agierenden Herstellern
der Unterhaltungselektronik entwickelt wurde und von Anfang an bis
heute konsequent unterstützt wird.
- Alle Bild- und Tondaten in einem Kabel
HDMI überträgt sowohl digitale Videodaten (Bilddaten)
als auch digitale Audiodaten. Und das alles in einem integrierten
Kabel mit 19-poligem Miniatur-Stecker.
- Keine Kompression - keine Qualitätsverluste
HDMI arbeitet ohne Datenkompression und weist daher keinen systembedingten
Qualitätsverlust auf - wie dies z.B. bei FireWire / i.Link
der Fall ist.
- Keine Analog-Digital- oder Digital-Analog-Wandlung
erforderlich
HDMI hat mit DVI gemeinsam einen Riesenvorteil gegenüber allen
analogen Verbindungen: Videoseitig gab es bis dato keine digitale
Lösung für die Datenübertragung. Aus Kopierschutzgründen mussten
die digitalen Bilddaten einer DVD vom DVD-Player vor der Ausgabe
stets mittels eines Video Digital-/Analog-Konverters in analoge
Daten umgewandelt werden. Die Wandler wurden zwar mit der Zeit gerade
in hochklassigen DVD-Spielern immer besser, aber eine Wandlung des
Signals musste immer stattfinden. Beim Bildwiedergabegerät dann
das Gleiche umgekehrt: Je nach Art des Bildwiedergabegeräts war
eine erneute Wandlung von analogen in digitale Signale erforderlich
(ein DLP-Projektor z.B. benötigt ein digitales Signal). Solche Wandlungen
sind stets verlustbehaftet! Erstmalig per DVI bzw. HDMI gestattet die
Software-Industrie eine direkte Übertragung digitaler Signale
von Komponente zu Komponente - d.h. also, dass eine Wandlung Digital-Analog-Digital
nicht mehr erforderlich ist.
- Hohe Bandbreite - verarbeitet alle digitalen
Formate
HDMI überträgt Audiodaten bis zu Frequenzen von 192 kHz
mit Wortbreiten von bis zu 24 bit auf bis zu 8 Kanälen. Die
Bandbreite für Videodaten liegt bei bis zu 165 MHz. Damit lassen
sich alle heute in der Home-Cinema-Welt eingeführten Bild-
und Tonformate einschließlich HDTV (bis zur derzeit höchsten
Auflösung von 1080p) ohne Qualitätsverlust darstellen.
- Extrem hohe Datenübertragungsraten -
keine Artefakte
HDMI ist sehr schnell: Die Daten werden mit einer Bandbreite von
insgesamt bis zu 5 GB / Sekunde übertragen. Daher sind übertragungsbedingte
Artefakte auch bei komplexen Bildinhalten und extrem schellen Bewegungsabläufen
nicht zu befürchten.
- Kompatibel zu DVI
HDMI basiert auf DVI und ist zu 100% abwärtkompatibel zu DVI.
Das bedeutet, dass sich DVI-Signale (via DVI-HDMI-Adapter-Kabel)
über die HDMI-Schnittstelle übertragen lassen. In der
anderen Richtung wird allerdings nur eine Untermenge der HDMI-Signale
an die DVI-Schnittstelle übertragen. Möglich ist dies
auch deshalb, weil HDMI das gleiche Kopierschutzverfahren wie DVI
nutzt: HDCP (High Bandwidth Digital Content Protection).
- HDMI unterstützt integrierte Fernbedienungen
HDMI unterstützt die Protokolle CEC (Consumer Electronics Control)
und AV.link, beides Protokolle, die sich für universelle Fernbedienungen
durchgesetzt haben, wobei AV.link der in Europa vorherrschende Standard
ist. Damit ist es möglich, mehrere über HDMI verbundene
Komponenten über eine Fernbedienung und eine Infrarot-Strecke
zu steuern.
- Geeignet auch für lange Strecken
HDMI Kabel können problemlos auch über längere Strecken
gefahren werden. Längen über 20 Meter sind bereits getestet
und für absolut störungsfrei befunden worden. Das den
HDMI-Spezifikationen zugrundeliegende TDMS-Protokoll von Silikon
Image ist auch für den Glasfaser-Transfer ausgelegt und erlaubt
so den Transport über noch weitaus längere Strecken. Damit
ist es technisch durchaus möglich, HDMI-Daten auch über
aus der Digital-Tonübertragung am DVD-Player bekannte optische
Digitalkabel (TosLink-Kabel) zu übertragen.
- Flexible Steuerungsmöglichkeiten durch
bi-direktionale Datenübertragung
HDMI lässt auch bi-direktionalen Datentransfer zu. Für
den Anwenderer ergeben sich daraus mannigfaltige Vorteile. Nur ein
Beispiel: Ein digitaler Fernseher oder AV-Receiver kann einem digitalen
Sat-Receiver übermitteln, welches seine gerade eingestellten
Bild- und Tonformate (z.B. 16:9 oder 4:3/Letterbox oder 5.1 oder
2-Kanal-Stereo) sind. Dieser übermittelt dann seine digitalen
Informationen automatisch in der entsprechend passenden Einstellung.
- Reserven für erweiterte digitale Formate
- zukunftssicher
HDMI ist zukunftssicher. In den Spezifikationen von HDMI sind Reserven
eingearbeitet, die bereits höhere Übertragungsraten zukünftiger
Bild- und Tonformate berücksichtigen. So nutzt HDMI selbst
für die derzeit am höchsten auflösende HDTV-Variante
nur etwa die Hälfte seiner potentiellen Bandbreite von 5 GB/sec.
Lohnt sich der Umstieg auf eine HDMI-fähige
Komponente?
Betrachten wir zunächst die prognostizierte
Marktentwicklung. Liest man Berichte über HDMI in international
tonangebenden Magazinen - siehe z.B. in Home
Theater Magazine oder Widescreen
Review - so
kann absolut kein Zweifel bestehen: HDMI wird sich durchsetzen. Und
zwar sehr schnell und im gesamten Home
Entertainment Sektor. Wer wirklich Freude an hochwertigem Home Cinema
hat und plant, sich eine hochwertige Komponente zuzulegen, dem können
wir nur raten, sich am Thema HDMI oder zumindest aber an DVI zu orientieren.
Besonders im Hinblick auf die Vernetzung einer Vielzahl digitaler
Home-Entertainment- Komponenten untereinander dürfte HDMI erheblich
an Bedeutung gewinnen. Nebenstehende Grafik zeigt eine industrie-interne
Prognose der erwarteten Absatzmengen HDMI-fähiger Komponenten.
Die Dynamik in den nächsten Jahren ist deutlich zu erkennen.
Es wird allgemein erwartet, dass HDTV ("High Definitition TV",
d.h. hochauflösendes Fernsehen, das die heutigen Begrenzungen
von PAL und NTSC überschreitet) und HDMI sich gegenseitig in
der Marktdurchdringung fördern, da beide erst im Verbund mit
der jeweils anderen Komponente ihre vollen Stärken ausspielen
können. Wer also heute auf HDMI setzt, öffnet seine Home-Cinema-Anlage
gleichzeitig bereits für den nun wohl auch in Europa endlich
kommenden HDTV-Standard. Umfassende Informationen zu HDTV finden Sie
in unseren Specials HDTV und HDTV
Technik.
Lassen sich über HDMI digitale Kopien
erstellen?
Nein. Genau dies soll der Kopierschutz HDCP (High-bandwidth Digital
Content Protection) verhindern. HDCP wird erst in der empfangenden,
i.d.R. der bildwiedergebenden Komponente entschlüsselt. Aufnahmegeräte
wie z.B. Festplattenrecorder werden nicht mit einem HDCP-Entschlüsselungsalgorithmus
ausgestattet sein. Das Modifizieren von Geräten oder der Handel
mit solchen Geräten sind nach dem seit 01.10.2003 geltenden neuen
Urheberrechtsgesetz unter Strafe gestellt. Das Erstellen digitaler
Kopien soll somit aus Sicht der HDMI-Erfinder nicht möglich oder
zumindest wirksam verhindert sein. Dies war von Anfang an die Voraussetzung
dafür, dass HDMI von den "Majors" der Hollywood Studios
wie z.B. Fox und Universal unterstützt wurde. Erst die Unterstützung
der Filmindustrie hat letztlich HDMI maßgeblich zum Durchbruch
verholfen. Das HDMI-Konsortium (http://www.hdmi.org)
selbst kündigt an, dass es durch HDMI voraussichtlich zu einer
Flut von Freigaben bisher im Home-Entertainment-Sektor nicht erhältlicher
Filme kommen wird.
Kompatibilität von HDMI und DVI
Wie oben bereits erwähnt ist HDMI abwärtskompatibel zu
DVI. Allerdings wird man für gemischte Verbindungen ein HDMI-DVI-
Adapterkabel benötigen. Laut Mitteilungen der HDMI
Licensing, LLC sollen digitale TV-Geräte mit HDMI-Eingang
(meist wird es sich dabei um Plasma-Fernseher
oder LCD-Fernseher handeln) die
Signale verarbeiten können, die Komponenten mit DVI-Ausgang (z.B.:
DVD-Player) ausgeben. Umgekehrt sollen
Bildwiedergabe-Komponenten (Fernseher)
mit DVI-Eingang die Signale verarbeiten können, die von einer
HDMI-Komponente ausgegeben werden. Wobei es sich dabei nur um eine
Untermenge der ausgegebenen HDMI-Signale handeln kann. Grundsätzlich
sollen heute verfügbare Komponenten mit DVI-Schnittstelle (sofern
sie HDCP-kompatibel sind) zu zukünftigen Komponenten mit HDMI-Schnittstelle
kompatibel sein. Zu den Vorteilen digitaler Schnittstellen finden
Sie auch Infos in unseren Specials Plasma TV (Teil 1) und Plasma TV
Test(teil 2)
HDMI vereinfacht bisher komplexe Kabelverbindungen
Mit HDMI werden volldigitale Multimedia-Verbindungen
zukünftig auch ohne komplizierten und aufwändigen "Kabelsalat"
möglich sein. Die Kabelhersteller dieser Welt werden nicht begeistert
sein. Sehen Sie hier ein Beispiel:
Das Besondere an diesem HDMI-Anwendungsbeispiel
ist, dass die Fernbedienung (hier eine Tastatur mit Maus, es könnte
natürlich auch eine LCD- oder Touch-Panel-Fernbedienung sein)
in der Lage ist, alle über HDMI verbundenen Komponenten zu steuern.
Die "Control"-Kanäle von HDMI unterstützen die
bei Fernbedienungen gebräuchlichen Protokolle CEC (Consumer Electronics
Control) und AV.link und stellen eine der bislang weniger beachteten
Innovationen von HDMI - insbesondere gegenüber DVI - dar.
Was tun? Wie geht's weiter mit HDMI?
Wer sich eine hochwertige Komponente für sein Heimkino anschaffen
möchte, der sollte sich vor dem Kauf auf jeden Fall mit HDMI
oder wenigstens mit DVI befassen. Noch sind die Informationen spärlich,
doch erwarten wir, dass Hersteller mit HDMI-Produkten in den nächsten
Monaten verstärkt HDMI propagieren werden. Damit dürften
dann auch mehr Informationen verfügbar werden. Zumindest eines
hoffen wir Ihnen mit diesem Special vermittelt zu haben: HDMI ist
keine Eintagsfliege. Vielmehr wird HDMI in wenigen Jahren so selbstverständlich
sein wie es heute SCART ist.
Wie bei allen Digitalverbindungen gilt auch
bei HDMI: Die Bedeutung eines hochwertigen Kabels ist in seiner Wirkung
auf eine artefakt-freie Bild- und Ton-Wiedergabe nicht zu unterschätzen.
Hama und Molex
sind die ersten Hersteller, die HDMI-HDMI- und HDMI-DVI-Kabel auf
den Markt bringen.
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